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Stefanie Gunkel - Gesundheitsmanagerin

Allergien

Welche Möglichkeiten gibt es Allergien zu erkennen und zu behandeln? Warum werden so viele Allergien nicht festgestellt und was ist der Unterschied zwischen IgE und IgG vermittelten Allergien?



Allergien - ein leidiges Thema, welches immer mehr Menschen belastet. Ich versuche nun etwas Licht ins Dunkel zu bringen und einen Überblick über dieses vielseitige Thema zu verschaffen.  

Robert A. Wood schreibt in seinem Buch Nahrungsmittelallergien sind vergleichbar mit überfürsorglichen Eltern. Sie wollen mit allen Mitteln nur das Beste für ihr Kind und richten damit mehr Schaden an. Im Fall der Nahrungsmittelallergie hält ein übereifriges Immunsystem, das sie eigentlich vor Schädlingen schützen soll, harmlose Lebensmittel fälschlicherweise für gefährliche Eindringlinge. Es führt einen regelrechten Krieg, um diese Nahrungsbestandteile wieder zu entfernen. Diese Überreaktion des Immunsystems kann Sie sogar umbringen.“ …besser kann man das Gefühl nicht beschreiben, wenn man ein Allergen zu sich genommen hat oder damit Kontakt hatte. (Egal ob Nahrungsmittel oder jedes andere Allergen, wie Gräser, Latex usw., die Immunreaktion ist im Prinzip die gleiche.)

Eine Allergie ist also eine Reaktion des Immunsystems. Dieses produziert Antikörper um die verschiedenen Nahrungsmittelbestandteile oder andere Umweltstoffe (Pollen, Schimmel usw.) zu attackieren. Während dieser Reaktion werden riesige Mengen chemischer Substanzen freigesetzt. Dazu gehört auch das Histamin, welches verschiedenste Symptome auslösen kann.

Welche Symptome kann eine Allergie auslösen?

Die Symptome die durch Histamin ausgelöst werden sind so umfangreich und verschieden, dass sie oft nicht mit Allergien oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit (wie der Histaminintoleranz) in Verbindung gebracht werden.  

Sie umfassen Nesselausschläge, Schwellungen, Quaddeln (Achtung viele Ärzte verbinden Reaktionen nur mit einer Allergie, wenn die Haut beteiligt ist. Das ist aber nicht richtig. Es gibt auch viele Menschen, die ohne Hautbeteiligung allergisch reagieren.), Jucken, Schwellung der Lippen, Zunge oder des Mundes, Enge in der Brust, Heiserkeit, Husten, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Ohnmacht, Bewusstlosigkeit, Blässe, unregelmäßiger Herzschlag, Herzrasen, Herzklopfen, Herzrythmusstörungen, Atemnot, Asthma, Atemprobleme, Angst vor drohendem Unheil, Todesängste, Panik, Schüttelfrost, plötzliche Schwäche und im schlimmsten Fall der Tod. Aber auch regelmäßige Entzündungen, wie z.B. Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis, Mandelentzündungen und Blasenentzündungen können durch Allergien ausgelöst werden. Außerdem kann Histamin, welches bei einer Allergie ausgeschüttet wird, für chronische Erkrankungen wie Migräne und Kopfschmerzen verantwortlich sein.  

Die Symptome können direkt auftreten oder teilweise Stunden oder Tage später, was die Zuordnung zum Auslöser nicht gerade leichter macht.  

Um es etwas zu verdeutlichen, werde ich meine eigene Geschichte einfließen lassen. Meine erste allergische Reaktion hatte ich 2014. Plötzliche Atemnot, Enge in der Brust, starkes Herzklopfen, Herzrasen und Schwindel, ließen mich ca. 2 Stunden nach dem Essen den Notarzt rufen. Meine Vermutung war direkt eine allergische Reaktion, aber ich wusste nicht auf was. Die Ärzte brachten mich davon ab, da ich keine nachgewiesenen Allergien hatte (letzter Test vor 5 Jahren mit Reaktion auf Hausstaub und Gräser, mehr war mir nicht bekannt) und entließen mich mit der Aussage, es wäre eine Panikattacke gewesen. Meine Sauerstoffwerte waren immer in Ordnung, weshalb eine Allergie ebenso verneint wurde. Das hat aber nicht viel zu bedeuten, denn es können auch die Bronchialscheimhäute reagieren, genauso wie es bei einem Schnupfen mit der Nasenschleimhaut passiert, und schon bekommt man ebenso kaum noch Luft (manche kennen das von einer heftigen Bronchitis oder Lungenentzündung). (Eine Ärztin diagnostizierte Asthma, was ich aber nachweislich nie hatte. Das Asthmaspray half bei mir ebenso nur bedingt. Ein anderer vermutete eine Lungenembolie, worauf ich eine Woche im Krankenhaus verbrachte.)

Da diese Reaktionen nun regelmäßig passierten, schaute ich für mich immer was ich gegessen hatte. Mal war es Spinat, mal Weizen und mal schickte mich Soja fast in die Bewusstlosigkeit. Den Weg in ein Krankenhaus sparte ich mir meist, so lange ich mich irgendwie im Griff hatte, es sei denn ich war alleine zu Hause. Mit so etwas ist nicht zu spaßen. Am Anfang war das noch möglich, mit der Zeit wurden die Reaktionen allerdings so heftig, dass es ohne Cortison oft nicht ging. Ich kann nur sagen, dass ich manchmal sehr heftige Angstzustände und depressive Phasen hatte, weswegen ich jedem der mit so etwas Probleme hat (die nicht jeden Tag oder dauerhaft auftreten) dazu rate nach Allergien zu schauen. Die einzige die an mich glaubte, war meine Hausärztin, nach der Meinung der anderen Ärzten wäre ich schon lange in einer Psychotherapie gewesen oder man hätte mir massenhaft Antidepressiva verschrieben.

Wie kann man nun feststellen ob man Betroffen ist?

Um Allergien zu testen und festzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es gibt sogenannte Hauttests (Prick oder Scratch) und einen Bluttest - RAST Test (Radioallergosorbens-Test), mit denen sich die sogenannten IgE (Immunglobulin E) Allergien feststellen lassen. Weiterhin kann man Nahrungsmittelprovokationtests durchführen. Bei diesen wird das vermutete Nahrungsmitteallergen zugeführt und unter klinischer Beobachtung geschaut, was passiert.  

Es gibt noch weitere umstrittene Testmöglichkeiten, wie der zytotoxische Test, der ELISA/ACT-Test oder der NAET (Nahrungsmittel werden anhand der Muskelkraft durch drücken auf einen gestreckten Arm getestet/ Kinesiologie). Ebenso umstritten sind die sogenannten IgG Allergietests, da diese häufig auch harmlose Nahrungsmittel als Allergene identifizieren, was zu einer unnötig eingeschränkten Ernährung führen kann.  

Bei den IgG Testungen werden eine verschiedene Anzahl an Lebensmitteln auf Antikörper im Blut getestet (hier eben nicht auf die Imunglobuline E wie beim IgE Test sondern auf die Immunglobuline G). Bei dieser Art der Allergietestung schlagen oft Lebensmittel an, die in der Kindheit oder in letzter Zeit oft verzehrt wurden, da laut der Wissenschaft jeder Körper im Laufe seines Lebens IgG Antikörper auf häufig verzehrte Lebensmittel bildet. Ich kann nur sagen, dass ich viele Menschen kenne, denen dieser Test geholfen hat auf die Spur der Allergene zu kommen, und denen es nach der Auslassdiät deutlich besser ging. Am Ende wird um diese noch nicht wissenschaftlich nachgewiesene Methode genauso gestritten wie um Homöopathie, Kinesiologie (siehe oben) und Co. Auch hier heißt es wieder wer heilt hat Recht und für viele Menschen bringt dieser Test Erlösung. Ja, man kann auch ohne diesen Test eine Auslassdiät machen und bekommt am Ende dasselbe raus. Dann ist es aber mühseliger und langwieriger, weil man alle Lebensmittel einzeln testen muss. Bei den IgG Ergebnissen bleibt noch eine selektierte Menge an Lebensmitteln übrig, die getestet werden muss. Denn wenn bereits eine sehr hohe Menge (IgG)Antikörper gegen gewisse Nahrungsmittel vorhanden sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese auch nicht mehr vertragen werden. Was mir bei den Testergebnissen auffällt ist, dass sehr häufig Milchprodukte und Weizen als unverträglich festgestellt werden.  

Das würde wiederum bestätigen, dass mittlerweile viele Menschen Weizen und Milchprodukte nicht mehr vertragen.  

Die  Verbesserung nach dem weglassen von Weizen und Milchprodukten kann aber auch mit der Ernährungsumstellung begründet werden (oft bringen Ernährungsumstellungen, egal in welche Richtung, eine Besserung, da mehr Acht darauf gegeben wird, was gegessen wird). Denn wer Weizen und Kuhmilch weglassen muss, ist durchaus gezwungen, frisch zu kochen und vieles selbst zuzubereiten, was wiederum zusätzlich eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes auslöst.  

Am Ende ist es genau wegen diesen verschiedenen Ansichten jedem selbst überlassen, diese Tests durchzuführen. Ich würde einen IgG-Test auf jeden Fall bevorzugen, bevor mir ein Arzt Antidepressiva verordnet (was bei unerkannten Allergien nicht selten der Fall ist). Und damit weiter zu meiner Erfahrung.  

Nach meiner ersten Reaktion testete mein damaliger Hausarzt mein Blut auf den Gesamt – IgE Wert, um herauszufinden, ob ich Allergien habe. Da dieser Wert nur leicht erhöht war, wurden Allergien ausgeschlossen. Was Ihn dazu führte, dass er eine Histaminintoleranz vermutete (eine sogenannte Pseudoallergie, bei der verschiedene Lebensmittel, die Histamin enthalten oder im Körper eine Histaminausschüttung verursachen, gemieden werden müssen). Nachdem ich die histaminarme Diät machte, ging es mir auch schon besser, aber es war nicht der eigentliche Auslöser meiner Anfälle. Also suchte ich weiter. Ich wollte einfach nicht glauben, dass man von heute auf morgen krank und ein nicht nachgewiesener Hyperallergiker ist und niemand etwas tun kann. Nach über einem Jahr ständiger Krankenhausbesuche, Cortison und regelmäßiger Anfälle, kam eine Bekannte auf die Idee, nach Kreuzallergien zu schauen. Kreuzallergien gibt es bei jeder Allergie und ich kann nur jedem empfehlen, der Allergiker ist, sich seine Kreuzallergene genau anzuschauen. Diese können zu allergischen Reaktionen führen, müssen aber nicht. Kreuzallergien erklären auf jeden Fall, warum man meist nicht nur eine Allergie hat, wenn man dann mal eine hat. Es ähnelt fast schon einem Schneeballsystem… Ursache sind die verschiedenen Eiweiße der Allergene, die sich in der Struktur ähneln, und die vom Immunsystem gleichermaßen angegriffen werden. Birkenallergiker haben deshalb oft auch eine Apfelallergie, Gräserallergiker vertragen Getreide schlecht. Genauso verhielt es sich bei mir. Ich hatte auf Weizen, auf Soja und auf Spinat heftigst reagiert, das alles sind Kreuzallergene zu Latex. Und da lag mein Problem, bei meinem Umzug im Jahr 2014 hatte ich eine neue Matratze gekauft und auf diese allergisch reagiert. Ein halbes Jahr konnte mein Körper es regulieren, danach ist das Fass übergelaufen. (Und das ist bei Histamin tatsächlich so, auf die Menge kommt es an, deswegen half auch die histaminarme Ernährung etwas, wozu ich ein anderes mal schreiben werde.)

Nachdem die Matratze entfernt war ging es mir endlich immer besser und ich konnte wieder mehr essen. Mein ganzes Immunsystem war dermaßen überlastet, dass ich nun sämtliche Allergien und Unverträglichkeiten entwickelt hatte. (Bekanntlich erholt sich der Körper nachts und entgiftet in dieser Zeit, was bei mir schlecht möglich war, wegen der ständigen allergischen Reizung) Ganz fit ist mein Immunsystem immer noch nicht, da noch andere Probleme dazu kamen, die von den ganzen Medikamenten und dem Cortison herrühren, aber dazu ein anderes mal. Die Latexallergie war im Bluttest (RAST) Test nicht nachweisbar, was eventuell daran liegt, dass es über 200 verschiedene Latexeiweiße gibt, und es werden ja nur sehr wenige getestet oder dass ich ein Spätreaktionstyp bin. (Die meisten Allergologen können die Hauttests bei Latex nicht durchführen, weshalb ich noch keinen gemacht habe. Ein Klinikaufenthalt ist für mich sehr schwer und die Testung würde wahrscheinlich wieder eine sehr starke Reaktion auslösen. Nichtsdestotrotz sind Allergietests ein Kampf, meist werden 5-10 Allergene getestet, das ist wie Lotto spielen.) Ich habe mich selbst getestet, mit einem Radiergummi auf der Haut, und hatte 48 Stunden später den Anfall (was bewiesen hat, dass ich ein Spätreaktionstyp bin). Ich bitte dies nicht nachzumachen, da es sehr gefährlich ist!

Ich erzähle diese Geschichte weil ich deutlich machen will, egal wie viele Test oder Untersuchungen man macht, es kann trotzdem eine Allergie vorhanden sein. Es gibt nämlich auch sogenannte Nonresponder, die nicht auf Allergietests anschlagen, oder Spätreaktionstypen (Typ IV). Hätte ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und meinem Instinkt vertraut, wäre ich heute noch so krank wie damals und dass nur weil ich der Schulmedizin, deren Zahlen und deren Studien zu 100% Glauben geschenkt hätte. Denn wer noch nicht betroffen war, kann entspannt negative Artikel über häufige Allergien, IgG Tests und Co verfassen und verbreiten (wie sie regelmäßig im Spiegel, in der Apotheken Umschau oder im Ärzteblatt zu finden sind). Am Ende wird leider viel zu oft eine psychische Erkrankung fehlerhaft diagnostiziert. Ich stelle diese viel zu häufig gestellte Diagnose mittlerweile in Frage, weil ich weiß, was der Darm oder Histamin und Hormone mit uns machen können, aber auch dazu auch ein anderes mal mehr. :-)

Was macht man nun wenn man die Diagnose bekommt oder herausfindet, dass man allergisch ist?

Das allerwichtigste ist die Allergenmeidung, besonders im Schlafzimmer, denn nachts braucht der Körper Zeit und Kraft sich zu regenerieren (ist das nicht gegeben, können die Allergien nicht besser werden). Danach sollte man schauen, dass es im Alltag und im Büro irgendwie möglich ist den Großteil der Allergene zu meiden. Wenn man sich anschaut, wie viele Menschen heutzutage eine Hausstaubmilbenallergie haben, die jeden Tag in Büros mit alten eingestaubten Teppichböden sitzen, wundert man sich nicht mehr über manche Krankheitszahlen in Unternehmen. Nasennebenhöhlenentzündungen und Erkältungen haben bei angegriffenen Schleimhäuten ein leichtes Spiel. (Hier liegt es natürlich in der Verantwortung des Arbeitgebers zu handeln.)  

Als Tabletten gibt es Antihistaminikas und Cortison, die im Notfall genommen werden können. Eine Dauerlösung sind diese nicht. Und der Mythos, dass man eine Tablette einwirft und es einem dann gut geht ist ebenso keine Realität. Das durfte ich mir sehr oft anhören. Ich habe so viele Antihistaminikas genommen und kann das eindeutig widerlegen. Ebenso geht es einem nach Cortison alles andere als blendend.  

Dauerhaft ist es besser die Allergien zu therapieren. Das ist natürlich nicht bei allen Allergien möglich, aber einen Versuch wert (Bei Latex z.B. gibt es keine Desensibilisierung).  

Eine Immuntherapie (Desensibilisierung), verschiedene Naturheilverfahren (wie z.B. Eigenbluttherapie), mit einer Darmsanierung das Immunsystem stärken, Akupunktur oder Homöopathie können Erfolg bringen. Auch eine Ernährungsumstellung auf eine zusatzstofffreie, histaminarme und allergenarme Ernährung (abgestimmt auf die eigenen Allergene, Kreuzallergene und Unverträglichkeiten) kann sehr viel Abhilfe schaffen und die Allergieempfindlichkeit abschwächen.  

Der beste Zeitpunkt um die Allergiebehandlung in Angriff zu nehmen ist der Herbst und der Winter. Hier hat das Immunsystem von Pollenallergikern Ruhe und kann die Desensibilisierung besser verkraften. Auch eine Akupunktur oder eine Eigenbluttherapie sollte außerhalb der Pollensaison stattfinden.  

Die Ursachen für die Häufigkeit der Allergien werden immer weiter erforscht und sind leider heutzutage immer noch umstritten. Diskutiert werden die Gene (die natürlich immer einen gewissen Einfluss haben) und Umweltbelastungen, aber auch wieder unser Darm der im Rahmen des Immunsystems eine sehr große Rolle spielt. Ebenso stehen Vitaminmängel, Hormone, Schwermetallvergiftungen, Medikamente, Impfungen und Antibiotika zur Diskussion.  

Sie haben Fragen zum Thema? Dann rufen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir eine Mail.  

Ich freue mich auf Ihren Kontakt!

Stefanie Gunkel